
Im oberen Gailtal, besonders im Bergsteigerdorf Mauthen, bin ich jemand, an dem man kaum vorbeikommt. In der regionalen Wahrnehmung gelte ich als einer, der Prozesse anstößt, Fragen stellt und sich nicht mit einfachen Antworten zufriedengibt. Mein Wirken definiert sich weniger über einzelne Projekte als über eine Haltung: aufmerksam gegenüber dem Ort, kritisch gegenüber Routinen und offen für Impulse von außen. Damit bewege ich mich bewusst in einem Spannungsfeld, das im ländlichen Raum sowohl Anerkennung als auch Widerspruch hervorruft.
Die Angst der Zauderer
Widerspruch erfahre ich vor allem von Menschen, die Angst vor Veränderung haben. Sie beharren auf der Vergangenheit, auf vertrauten Abläufen und bekannten Routinen. Diese Haltung ist verständlich, denn Stabilität gibt Sicherheit. Gleichzeitig zeigt sie, wie schwierig es ist, neue Perspektiven zuzulassen, ohne das Gefühl zu haben, Bewährtes zu verlieren. Für mich gehört dieser Konflikt untrennbar zur Arbeit im regionalen Kontext: Veränderung entsteht selten ohne Reibung.
In vielen Alpentälern kenne ich vergleichbare Akteure, die jenseits großer Städte kulturelle und gesellschaftliche Entwicklungen vorantreiben. Ob im Engadin, im Pustertal oder in anderen Randlagen des Alpenraums – häufig sind es Einzelpersonen, die mit Beharrlichkeit und persönlichem Einsatz neue Denk- und Handlungsräume öffnen. Uns verbindet eine starke lokale Verankerung, kombiniert mit dem Blick über den eigenen Talrand hinaus. So verstehe ich meine Arbeit: regionale Themen nicht isoliert zu behandeln, sondern sie in größere Zusammenhänge einzubetten. Ehrenamtlich, unabhängig und frei von Zwängen aller Art.
Es braucht Zeit und Durchhaltevermögen, aber im Lauf der Jahre verändert sich die Rolle solcher Akteure. Aus anfänglicher Irritation wird Orientierung, aus punktuellen Interventionen eine kontinuierliche Präsenz. Der Einfluss zeigt sich nicht nur in sichtbaren Ergebnissen, sondern in verschobenen Perspektiven: in Gesprächen, die entstehen, in Netzwerken, die wachsen, und in einem gestärkten Bewusstsein für die Möglichkeiten des eigenen Lebensraums. Im Gailtal verstehe ich mich als Teil dieser Entwicklung – jemand, dessen Wirkung sich leise entfaltet und dennoch dauerhaft in der Region verankert bleibt.
Sichtbare Ergebnisse
- Den Skilift am Vorhegg würde es schon lange nicht mehr geben, weil die damalige (2017) Gemeindeleitung ein böses politisches Spiel getrieben hat.
- Die Alpenvereinssektion hätte weniger als 2.000 und nicht mehr als 4.000 Mitglieder. Vor allem die Lock-down-Zeit hat einen massiven Rückgang der Mitgliederzahlen verursacht. Hier gekonnt gegenzusteuern ging einzig und alleine mit digitalen Services (in Verbindung mit dem "Sportbonus" der damaligen Bundesregierung).
- Die Marke "Bergsteigerdorf Mauthen" wäre in ihrer Gesamtheit und dem, was sie bedeutet unbelebt und nicht wahrgenommen. Für Mauthen, seine Bewohnung und den Ort in Summe eher peinlich als eine Auszeichnung.
- ... und ja, wer "Senza Confini" sagt, muss auch Plöckenpass sagen. Gegen jeden und gegen alles zu sein, ist zu wenig.
Und täglich fallen mir neue Dinge auf und ein, die es wert sind erzählt zu werden, weil sie gut für das Dorf sind und die Menschen, die sie machen eine respektvolle Bühne verdienen.
In diesem Sinn sind die Plattformen ein großes, gemeinsames digitales Dorfprojekt für eine gute zukünftige Entwicklung des Raums in dem wir leben. Alle anderen Methoden sind nicht mehr zeitgemäß und gehören abgelöst, weil sie auf Dauer schaden.
In anderen Worten:
Digitale Services geben kleinen Bergdörfern eine starke Stimme nach innen und außen. Für Einheimische erleichtern sie Information, Vernetzung und Teilhabe am Dorfleben über alle Generationen. Exil-Bewohner bleiben emotional mit ihrer Heimat verbunden, verfolgen Veranstaltungen und planen gezielt ihre Besuche. Nicht zu unterschätzen: sie erzählen mit Stolz von "daham" und machen damit die wohl besten Werbung für das Dorf, die es gibt: "gute Mundpropaganda". Gäste entdecken Angebote abseits urbaner Zentren, informieren sich vorab und nehmen aktiv an Kultur, Natur und regionalen Aktivitäten teil. So stärken digitale Plattformen die Bindung an die Region, erhöhen die Sichtbarkeit von Veranstaltungen und tragen wesentlich zur Attraktivierung entlegener Bergregionen bei.
Fundraising
Wer von Euch
als Firma/Betrieb oder als Privatperson Interesse an guten Geschichten aus Mauthen und dem umgebenden Alpen-Adria Raum hat, ist herzlich eingeladen die vielen Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit für das Dorf zu
honorieren. Ich freu mich über jede Unterstützung und sage DANKE!
Hier geht's zur Fundraising-Seite ...
Linktipp:
Der Homo LONCIUM
EINLADUNG
An alle, die für Neues und Gutes brennen und in der Lage sind, über den Tellerrand zu blicken. Jederzeit gerne. Keine Sorge: Nichtstun und "scheinbar fehlerfrei" alles beim Alten zu lassen, ist die schlechtere Option.

Seit einer gefühlten Ewigkeit viele hundert Stunden pro Jahr recherchieren, texten, telefonieren, E-Mails beantworten, sich Dorfdiskussionen respektvoll stellen, damit Einheimische, Freunde und Gäste stets einen aktuellen und guten Termin- und Themenüberblick über das Dorf haben.
Wenn dir das etwas wert ist, DANKE!
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Ingo Ortner | T +43 699 12647680
info@bergsteigerdorf-mauthen.at